Das Leben ist ein Gedicht - Lyrik in "Worldangels"

Hallo Worldangels!

Hiermit möchte ich eigene Gedichte posten und Euch aufrufen, mit Euren Gedichten oder Gedanken zu antworten. Bitte verschont mich aber mit schwülstigem Eso-Kitsch, den finde ich leider zuhauf im Netz!

Bin schon gespannt!

herzliche Grüße und Wünsche im neuen Jahr von
Silberwolf

P.S. Ein Einsteigergedicht zum Thema des Neuen mit gleichzeitigem Rückblick ins Alte...

Zweite Geburt

Kreise wollen sich beenden.
Und dann stehn sie auf dem Punkt.
Wo sie sich ins Neue wenden,
neu ins Schicksal eingetunkt.

Mütter sterben. Väter gehen.
Doch die tiefe Frage bleibt:
haben sie dich einst gesehen,
als sie war´n noch eingeleibt?

Jetzt siehst du sie, rückwärtsblickend,
nicht mehr durch des Haderns Brille,
ja, es ist zutiefst beglückend,
daß du spürst: es war ein Wille

innig eingeschrieben deinem –
deinem Großsein, Sprengenwollen,
doch auch zart gefügtem Kleinem,
grade dieser werden sollen!

(M.Trosbach, August 2011)

Kommentare

Martin und Susanne Trosbach , 04.09.12 12:09

Hallo Torus!

Nein. Ich brüte nicht. Es tanzt weiter, aber braucht oft auch viel Stille.

Nun denn, ein neues Gedicht:

Inwendig, notwendig

Ohne Wollen, Müssen, ohne Tun
darf der Geist des Machens in sich ruhn.
Darf den kommenden Gedanken
einfach: ohn´ Bemühen danken.

Dankbarkeit? Sie sei erlaubt?
Doch: das Dasein stets in Stücken,
mühsam Tag für Tag erklaubt,
stets geflickt mit Worten, Gesten, kargen Brücken…

Nimm. Es gibt auch ein Gelingen.
Schwimm im Strom des Daseins.
Wieso Zwingen?

Und du tauchst erstaunt aus Schlingen
des Verlornen. Des verworr´nen Seins.
Laßt das Tun notwend´gen Dingen.

Und fragst nicht mehr: Was ist meins?

herzliche Grüße von

Martin

Xyz Zyx , 05.09.12 10:09

Lieber Martin,
vielen Dank für Deine inwendigen Notwendigkeiten.
Deine Gedichte sprechen mich einfach an.
Zum gleichen Thema, fiel mir auch schon mal dieses ein:

Ganz ohne Müssen oder Sollen
geht´s leichter. Man darf wollen
und das auch nur, wenn man will.
Sonst hält man besser einfach still.

Auch von mir: Das Beste!
Torus

Martin und Susanne Trosbach , 09.09.12 10:09

Innehalten. Atem. Schweigen

Innehalten, Atem, Schweigen
- - -
dies ist´s, was ich öfters finde
und in jenem Mir-Mich-Neigen
sanft ein weites Netzwerk binde

welches stahlhart aus sich spannen
will, da lose flatternd Strängen,
die des Himmels Tanz begannen,
Muster nun gelängen…

Binden sie ein Netzwerk weit,
da ich will mich neigen?
In Bezug ist, was ich fand
innehaltend, atmend. Schweigen.

herzliche Grüße von einem kreativen Seelenarbeiter!

Maxim Von Swietochowski , 10.09.12 18:09

Aloha Ihr Engel,

anbei ein Gedicht von mir das schon etwas älter ist.
Meines Erachtens ist es aber aktueller denn je.
Wir leben nun in der Zeit des Er- und Aufwachens.
Jede(r) von uns hat nun die Möglichkeit zu überprüfen welche Rolle sie/er spielt und ob diese wirklich authentisch mit dem wahren Ich übereinstimmt.Falls dies nicht der Fall ist lebt Euer wahres ICH aus zum Wohle Aller.
Ich freue mich über Eure Antworten und Kommentare.
Liebe Grüße und viel Spaß und Erkenntnisse beim Lesen............
Euer Maxim

Der Schauspieler
Der Schauspieler saß eines Tages
Vor dem Spiegel ganz allein
Den Blick nach links
Den Blick nach rechts
Er wollt gern jemand andres sein.-

Jeden Tag verstecken,
nicht das eigen Ich rauskehrn´
jeden Tag ne neue Rolle
jeden Tag ne neue Stadt
nie Konstanz stets in der Hast
und Leute die ihn dafür ehrn.

Er ist es Leid
Den Depp zu spielen
Immer nur Fassade
Immer nur die Heiterkeit
Immer nur die Bühne, Bühne
Und viele die nur auf Ihn schielen.

Er geht von dannen,
hat sich sein Leben lang belogen,
ab sofort wird alles anders
er ändert sich das ist doch klar
er wird ein anderer Mensch

da wird der Vorhang hochgezogen.
ein Gedicht von mir

Xyz Zyx , 10.09.12 22:09

Lieber Martin,
Danke fürs Innehalten.
Atmen verbindet uns mit allem und jedem.

Jedes Schweigen ist ein Knotenpunkt
im Netz der vielsprachigen Stränge,
geknüpft zum Fangen des Geistes.

Lieber Maxim,
Schön, dass auch Du mit Worten spielst.
Dein Gedicht hat mich an mich erinnert:

Spieglein, Spieglein im Land,
wo ist denn Deine Wand?

Wovor bleibst Du denn stehn
und willst nicht weiter gehn?

Dann lieber Dieses und Jenes,
rechts und links, das bringt´s.

Engelsgrüße
Aloha he
Ich freu mich über unsere Gedichte

Xyz Zyx , 30.09.12 23:09

Narziss schaute einst mal in den Spiegel.
Er sah nichts, nur einen leeren Tiegel.
Entsetzt fasst er sich an die Brust,
wer fühlt denn da des Lebens Lust?
Vor allem ist doch wohl die Frage:
Von wem kommt all die ganze Klage?

Wenn da eigentlich gar keiner ist,
wer verzapft den blöden Mist?
Und wer soll das alles lesen,
wo es niemand ist gewesen?
Wer dies nun geschrieben hat?
Das steht auf einem andern Blatt.

Bestes von Torus

Haraldvb , 27.11.14 21:11

Habe schon mal auf meinem Profil hier eigene Gedichte niedergelgt, ohne jeden Kommentar von anderer Seite. Vielleicht kann ich denn an dieser Stelle mit ihnen etwas zum Thema beitragen, gewiss gibt es immer jemanden, dem das eine gefällt, das andere nicht. Man will sich damit ja nicht produzieren, sondern solche Zeilen entstehen aus einem inneren Bedürfniss, aus bewegenden Themen heraus, duch andere Menschen, Gefühle oder Ereignisse in etwas anderer, nennen wir es `besonderer`Form.. Liebe Grüße an ALLE WORLDANGELS! HvB.

Aufbruch

gewidmet meinem Sohn Patrick
und der Jugend an der Schwelle zum 3. Jahrtausend

So gebt Euch doch die Hände,
zuviel geht jetzt bergab.
Spürt Ihr denn nicht die Wende,
wie viel kommt jetzt ins Grab?

Doch lasst Euch niemals höhnen, mit:
„Erfahrung hat Bestand!“ –
auch wenn man Euch will nehmen
den Traum in Eurer Hand.

Der Mensch kann nur bewegen,
was auch sein Herz bewegt,
Und ‚leben’, das heißt ‚geben’,
was in die Hand es legt.

Erst sprengt des Alltags Ketten
er hat nicht grau zu sein,
müsst Eure Träume retten
und jeder Tag wird fein.

Entdeckt die Glut im Anderen,
blast erst die Asche weg,
helft seiner Seele wandern
und Euer Tun hat Zweck!

Verfasst am Bett des kranken Sohnes 9.6.2000, 3-4h
(20. Todestag meiner Mutter)

„Aufbruch“ ist Teil des Vorwortes der Broschüre „Das Buch der AF-Öle –Von der Glut, die noch niemand sah“ – über die neuen naturheildienlichen Hautöle von Alfred Friedrich, Frauenau und über die Heilkraft von Edelsteinen. © H.-I.v.Bredow, April 2000, Lichtquell Verlag, Regensburg (vergr.).

Beerenflecken

Der Waldlerhände sommerliches Mal
- schwarzblau -
der Himmelsfarben irdische Entsprechung,

Stigma der Eingeweihten
in des Waldes heiligen Hallen.

Nur wer im Dom
sich ehrfürchtig verneigt,
gebückt ins Beerenblätterreich

und sich erniedrigt,
dem Novizen gleich,
dem wird erhört sein Staunen.

Wer hier zu schweigen lernt,
nur dem wird es zuteil:
Der ganzen Wahrheit
unverstandenes Raunen.

©H.-I.v.Bredow,
5. Version 5.12.2000
"Beerenflecken" wurde von mir verfasst als inhaltlicher Teil
der Thementafeln zum Naturpark-Infopavillon in Waldkirchen/Saußbachklamm, zum Thema:
"Der Wald und der Mensch" (EU-Leader-II-Projekt
v. VHS-Regen und Naturpark Bayerischer Wald, Zwiesel).

Des Winters Rosenblätter

DEN GANZEN TAG

FÄLLT SANFT IN FLOCKEN SCHNEE.

NUR ER ZEIGT UNS,

WIE ROSENBLÄTTER FALLEN MÜSSEN.

IST KALTES, REINES WEISS,

UND JENE FARBE, DUFTEND HEISS;

DOCH BEIDE ZART

AUCH DEINE SEELE KÜSSEN!

© H.-I. v. Bredow,16.12.01 (2.Version 18.12.01)

Sankt Nikolaus bei der
Marinekameradschaft Regen-Viechtach
im Gasthaus Linden, B 85, LKR Regen
am 6.12.1999

Grüß Gott, Ihr liebe Menschenschar,
ich war bei Euch erst letztes Jahr!
Auf Erden jedes Kind mich kennt
und ehrfurchtsvoll beim Namen nennt:

Ich bin der Heilige Nikolaus
und ziehe heut von Haus zu Haus,
kehr ein, wo auch nur eine Kerze brennt,
wo fromme Kinder warten im Advent.

Ich grüße Euch, Ihr Fahrensleut’,
von weit seid Ihr gekommen heut’,
g’rad so, wie ich den Weg kaum fand
durch’s schneebedeckte Bayernland.

Jedoch: Zu Euch werd stets ich finden,
in Euer schönes Heim, zu Linden,
wo Menschen guten Willens sind,
wie man sie nicht mehr so leicht find’t!

Will Frohsinn bringen und Besinnung
und schaffen Euch die rechte Stimmung,
für die ersehnte Heil’ge Nacht,
die uns des Höchsten Sohn gebracht.

Ich bin als Bote Euch bekannt,
auf See, wie auch im Binnenland,
der Eure Seele öffnen kann,
bei Jung und Alt, bei Frau und Mann.

Mich schickt der Himmel durch das Land,
zu prüfen Eure Herzen.
ich bin des Christkinds gute Hand,
die Liebe fühlt und Schmerzen.

So nehmt Euch Zeit jetzt, horcht in Euch hinein,
denn mir bleibt nichts verborgen:
War Euer Handeln wahr und rein?
War’s Trauer, Not und Sorgen?

War’s Neid, war’s Herrschsucht, Eifer, Gier,
falsch’ Zeugnis oder Härte?
War’s Mitgefühl oder Verzeih’n,
der Liebe höchste Werte?
Wenn sich ein jeder fühlt bereit und
wartet, dass das Christkind kommt,
dann wird es aber für mich Zeit
zu tun, was mir nun frommt:

Zum Tadeln bin ich heut’ nicht hier,
seid gute Kameraden! –
War oft bei Euch, bei Wein und Bier,
wenn alle war’n geladen.

Sah stets den guten Geist in Euch:
Ihr nehmt Euch an der Alten;
auch Frau und Kind sind oft dabei,
so sollt Ihr’s immer halten!

Ihr helft einander, tauscht Euch aus
und keiner wird vergessen.
Es fand schon manche Reise statt
und oft ein gutes Essen.

Ihr haltet hoch das Lebenslicht
gefall’ner Kameraden,
vergesst der Toten Werte nicht,
die Eure Liebe haben.

So komme stets ich gern hierher
und teile aus die Gaben.
Bleibt weiter so und haltet z’samm’,
so woll’n es alle haben.

Der Wunsch des Heil’gen Nikolaus
bestärke Eure Herzen:
Ich wünsche Frieden jedem Haus
und Glück, im Schein der Kerzen!

© Dez. 1999 H.-I. v. Bredow, Regen

Winternachmittag

All die Signale unserer Zärtlichkeit der frühen Jahre

sie sind und waren immer da und warten,

so wie der Wind auf Deine Haare.

Schmieg Deine Wangen mir und zeig,

daß Du jetzt meine Wärme suchst.

Verweile so, wie Dir Dein Körper fällt an meinen Leib.

Laß Deine kleine Hand und ihre Glieder

sich legen zart auf meinen Arm:

Er heißt Dich warten – laß Dich ruhig nieder –

spür meinen Atem, er ist warm.

Meiner Frau Elisabeth gewidmet. So., 8.Februar 1998, ©H.-I.v.Bredow

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